Die Zeit der Maskenbälle

Am 27. und 28. Februar 1949 beginnt die grosse Zeit der Maskenbälle des Reinacher KTV. Aus einer ganz gewöhnlichen Terminkollision heraus sollte eine beinahe 40 Jahre dauernde erfolgreiche Institution werden!
Die damalige Jahresfeier mit der üblichen Tanzunterhaltung am 30. Januar kollidierte mit dem Anbetungtag der Pfarrei, an dem eine Tanzveranstaltung undenkbar war.
Da kein anderes Datum als der 27. Februar in Frage kam, wurde die Tanzveranstaltung auf diesen Tag verschoben. Das aber war der Fasnachtssonntag. Darum sollte der Abend mit einem kleinen Fasnachtsball mit Maskenprämierung ergänzt werden, wohl wissend, dass der Männerchor Reinach jeweils am Fasnachtsmontag und -dienstag einen Maskenball durchführt. Erst nachträglich wird bekannt, dass der Männerchor seinen Maskenball auf den Sonntag vorverschoben hat.
Der Konflikt ist damit vorprogrammiert. Der Männerchor protestiert geharnischt auf diesen "Eingriff in die traditionellen Veranstaltungen des Männerchors". Einigungsverhandlungen führen zu nichts. Im Gegenteil: Der Männerchor kann dem RSV das bereits schriftlich engagierte Orchester ausspannen und für seinen Ball verpflichten. Das in aller Eile ausfindig gemachte Ersatz-Orchester ist dann aber so teuer, dass der RSV grad zwei Bälle durchführt, am Sonntag und am Montag.

Also ein Start unter Wirren. Doch schon 1951 können die Differenzen bereinigt und der Maskenball zusammen mit dem Männerchor durchgeführt werden. Die Maskenbälle - dann wieder unter eigener Regie - zuerst im Schlüsselnn im Mariengarten und schliesslich in der Weiermattturnhalle - erfreuten sich grosser Beliebtheit. Sie bringen dem Verein auch einen willkommenen Zustupf in die Kasse. In den siebziger und achtziger Jahren flaut die Begiesterung für Maskenbälle - nicht nur in Reinach - etwas ab, manchmal auch das Engagement der Turner für den doch recht beträchtlichen Aufwand.

In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre werden von Reinachern und Nicht-Reinachern Anstrnugnen unternommen, die Reinacher Fasnacht neu zu beleben und gross aufzuziehen. In diesen "Fasnachtswirren" führt der RSV 1987 seinen letzten eigenständigen Maskenball durch. 1988 beteiligt er sich am Fasnachts-Gala-Abend in Zusammenarbeit mit dem Fasnachtskomitee.

Was aber eine Partnerschaft hätte sein sollen, wird eher zu einer für den RSV unbefriedigenden Fusion. An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 5. Mai 1988 beschliesst deshalb die Versammlung, in Zukunft auf Maskenbälle und Fasnachtsveranstlatungen zu verzichten. Eine Zeitlang leistet der Verein noch einen Beitrag an den Fasnachtswagen, doch auch das findet 1994 sein Ende.

Ein erfolgreiches Engagement, beliebt in der Gemeinde, wohltuend für die Kasse, geht damit nach rund 40 Jahren zu Ende - weil es nicht mehr zeitgemäss ist.