Geschichte

Gegründet wurd der heutige Reinacher Sportverein am 15. November 1925 als Katholischer Turnverein KTV Reinach. Auslöser dafür ist eine Diskussion im Katholischen Jünglingsverein, als es um die Gestaltung der Jahresfeier geht. Man will anstelle eines Theaters einen Reigen aufführen, kommt dann aber zur Auffassung, dass ein Reigen eher in Richtung körperlicher Ertüchtigung gehe. Und sofort springt der Funke.

Jules Stöcklin - Mitglied des Bürgerturnvereins Basel - und Karl Feigenwinter können sich in kurzer Zeit davon überzeugen, dass Interesse an einem eigenen Turnverein vorhanden ist. Mit wohlwollender Unterstützung des Ortspfarrers Marc Arnet und der kantonalen und schweizerischen Verbandsbehörden - der Schweizerische Katholische Turnverband war eben  erst, 1919 gegründet worden - kommt es an diesem 15. November 1925 zur Vereinsgründung. Bei der Vereinsgründung dabei sind Jules Stöcklin als erster Präsident, Karl Feigenwinter als Aktuar, Karl Grellinger als Kassier, Mathis Feigenwinter als Beisitzer sowie Adolf Bacher, Paul Holinger, Niklaus Kilchher, Ernst Kunz, Arnold Marti, Georg Meury, Alfons Schneider, Alois Schneider, Edmund Schneider, Niklaus Schneider und Peter Stadelmann.

Erster "Leiter der turnerischen Übungen" wird der Basler Fritz Schililnger.

 

Die Gründung des neuen Vereins erfolgt sehr zum Missfallen des Eidgenössischen Turnvereins ETV in Reinach. In den Schriften des Turnvereins ETV wird die Gründung als "politisches Ereignis" taxiert. Ein konfessionelles Bedürfnis dafür habe bei der Zusammensetzung des Turnvereins von 23 Katholiken und einem Protestanten nicht bestanden.

Das ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit, fühlten sich die praktizierenden Katholiken im ETV doch stets zu wenig ernst genommen. So hatten sie beispielsweise an den Eidgenössischen Turnfesten keine Gelegenheit, die Heilige Messe zu besuchen.

Bereits im Jahre 1927 strebt der Turnverein ETV eine Fusion an, mit dem Argument, es drohe mit einem Arbeiterturnverein eine neue Konkurrenz. "Alle unsere gutgemeinten Vorschläge", so heisst es in der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum des Turnvereins ETV 1938, "wurden abgelehnt und dagegen die Forderung aufgestellt, wir müssten in den Kath. Turnverband eintreten. Das hätte den Austritt aus dem Eidg. Turnverband bedingt, eine Forderung, die wir selbstverständlich nicht eingehen konnten". Noch einmal finden 1935 Fusionsverhandlungen statt, die aber ebenfalls scheitern.

 

In den ersten Statuten wird der Zweck des Katholischen Turnvereins Reinach wie folgt umschrieben: "Der Katholische Turnverein Reinach bezweckt den Zusammenschluss katholischer Turner und Sportler, um denselben eine allseitige körperliche Ausbildung, Pflege des edlen Turnsportes und anderer Leibesübungen auf religiös-sittlicher Grundlage sowie die Pflege edler Freundschaft und Geselligkeit zu ermöglichen."

Selbstverständlich werden die Statuten im Laufe der Zeit den geänderten Verhältnissen (mehrfach) angepasst.

In der Fassung von 1974 heisst es: "Der Verein bezweckt, das Angebot an sinnvoller Freizeitbeschäftigung dadurch zu bereichern, dass er das Turnen und andere der Gesunderhaltung des Menschen dienende Sportarten in sein Programm aufnimmt und im Geiste der christlichen Nächstenliebe Kameradschaft und Geselligkeit pflegt".

Und schliesslich in der heute noch gültigen Fassung vom 6. November 2009 schlanker und zeitgemässer: "Der Verein bezweckt das Angebot an sinnvoller Freizeitgestaltung, wie Turnen und andere Sportarten, sowie Pflege der Geselligkeit. Er setzt sich insbesondere aktiv für eine sinnvolle, sportliche Betätigung von Jugendlichen ein.

 

Bei den Pflichten der Mitglieder heisst es heute, dasss sie sich an die Statuten und die Vereinsbeschlüsse zu halten und  den Jahresbeitrag zu entrichten haben. Wie anders tönte das noch in der Gründungszeit bis zur Revision im Jahre 1974: "Wer als Aktivmitglied aufgenommen zu werden wünscht, hat sich einer Probezeit von mindestens einem viertel Jahr zu unterziehen. Jedes Mitglied ist verpflichtet, die festgesetzten Übungen resp. Turnstunden fleissig zu besuchen. Es hat die Interessen des Vereisn in allen Telen zu wahren. Unentschuldigtes Wegbleiben wei Übungen und Versammlungen wird mit 50 Cts. gebüsst. Ebenso kann bei unentschuldigtem Wegbleiben oder Verspätetem Antreten der Anlässe das betr. Mitglied mit Fr. 1.- bis Fr. 20.- belegt werden. Über die Gültigkeit der Entschuldigungen entscheidet der Vorstand. Aktivmitglieder sin verpflichtet, einem katholischen Standesverein anzugehören."

Wie sich doch die Zeiten ändern...

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